Pädagogische Leitlinien
«Es gibt eine Vitalität, eine Lebenskraft, eine Energie, einen Impuls, der sich durch dich in Handlung übersetzt, und da es dich in aller Zeit nur einmal gibt, ist dieser Ausdruck einzigartig.»
Recht auf eigenes Entwicklungs- und Lerntempo
Jedes Kind hat eine Phase, in der es von etwas besonders fasziniert ist: einmal sind es zum Beispiel Mengenverhältnisse und Zahlen, dann die Welt der Buchstaben mit Geschichten und Liedtexten, ein andermal vielleicht Pflanzen und Tiere. Wir achten bei jedem Kind darauf, dass es zu der Zeit, da es in eine solche „sensible Phase“ eintritt, alles zur Verfügung hat, um diese sich ihm auftuende Welt selbstbestimmt und selbständig zu erforschen. Lernen kann zu diesen Zeiten schnell und auch freudvoll geschehen, wie Maria Montessori schon 1903 entdeckte. Die Kinder verbringen deshalb Ihre Tage im Sesam in selbstgewählten Aktivitäten und auch in selbstgewählter Sozialform: alleine, mit einer Freundin/einem Freund oder in Kleingruppen.
An den meisten Tagen wird von der Lehrperson ein Angebot für die gesamte Gruppe gemacht, an welchem das Kind teilnehmen kann. Nimmt es teil, hält es sich an die Regeln der Aktivität und der Gruppe. Nimmt es nicht teil, bleibt es bei seiner selbst gewählten Aktivität.
Die Kinder und Jungendlichen werden in ihrer die Selbst- und die Sozialkompetenz gefördert: die Fähigkeit selbstverantwortlich Entscheidungen zu treffen, Selbstorganisation und Rücksichtsnahme.
Lerncoaching ab der 4. Klasse
Anhand von Kompetenzrastern setzen sich die Kinder und Jugendlichen ab
der 4. Klasse in Absprache mit ihrem Coach eigene Tages- und/oder
Wochenziele. Das Erreichen und Nichterreichen der selbst gesteckten
Ziele wird gemeinsam überprüft und in regelmässigen Gesprächen mit ihrem Lerncoach thematisiert. Die Kinder und Jugendlichen entwickeln die
Fähigkeit, Strategien zu beurteilen und neue
auszuprobieren. Das Fortschreiten zu einem neuen Thema wird selbst
bestimmt und erfolgt dann, wenn sich die Kinder und Jugendlichen sich ihrer Kompetenzen sicher sind. Diese Struktur fördert
neben den intellektuellen Fähigkeiten die Fähigkeit sich zu organisieren und
Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen - Fähigkeiten, die
für die Jugendlichen später zentral sind bei der Gestaltung ihrer
Zukunft.
Begabungen und Stärken
Dank konsequenter Individualisierung können sich Kinder und Jugendliche in diejenige Gebiete vertiefen, in denen sie überdurchschnittliche Begabungen und/oder überdurchschnittliches Interesse haben. So kann ein Kind jeweils seinem Niveau entsprechend begleitet werden und spezielle Begabungen auch entfalten. Ein umfangreiches Experimentier- und Lernangebot ermöglicht es den Kindern und Jugendlichen, der eigenen Entdeckungsfreude selbsttätig nachzugehen.
Kreativität und Praktisches Tun
Wer in einem Gebiet Überdurchschnittliches leistet, setzt nach Robert Sternberg drei Arten von Intelligenz ein: Die analytische Intelligenz (schulische Intelligenz) dient dazu, Informationen aufzunehmen, zu verarbeiten und zu speichern. Die kreative Intelligenz hilft, bestehende Dinge in neuer Form zusammenzuführen und etwas Neues zu entwickeln. Mit der praktischen Intelligenz werden Ideen in die Praxis umgesetzt: es muss herausgefunden werden, was wie möglich ist, welche Ressourcen vorhanden sind und wie sie in Anspruch genommen werden können.
Aus diesem Wissen heraus wird im Sesam der kreativen und praktischen Intelligenz der Kinder bewusst viel Raum gegeben: durch den kreativen Umgang mit Materialien, durch die Möglichkeit zu eigenen Experimenten, durch Theaterimprovisation, Musik und Bewegung oder in der Vertiefung ins eigene Spiel.
Kommunikation und Verantwortung
Angelegenheiten, die alle betreffen, werden von allen gemeinsam diskutiert und geregelt. Diese können die Gestaltung des gemeinsamen Raumes, Ideen für Projekte und Ausflüge aber auch Regeln für das tägliche Zusammenleben betreffen. Die Kinder und Jugendlichen üben sich im Mitteilen und Verhandeln und erfahren dabei, dass sie auf ihre Umwelt Einfluss nehmen können.










